Inhaltsskizze | Modulzuordnung und inhaltliche Schwerpunkte | Literaturempfehlungen | Anmeldung | Seminarplan
Inhaltsskizze
Die Wissenschafts- oder auch Forschungsethik beschäftigt sich mit den normativen Grundlagen und ethischen Aspekten wissenschaftlicher Forschung. Indem sie sowohl ethische Standards innerhalb der Forschungsbereiche als auch ethisch relevante Auswirkungen der Forschung thematisiert, macht sie das Spannungsfeld zwischen der zielgerichteten Verfolgung von Forschungsinteressen einerseits und allgemeinen sowie fachspezifischen Werten und Normen (Fach-Ethik bzw. Codes) andererseits explizit. Im Zentrum der Forschungsethik stehen damit Fragen nach der ethischen Verantwortung der Forscher wie auch nach der Verantwortbarkeit von Forschung mit Blick auf deren mögliche Folgen für Individuen und Gesellschaft. Ethisch relevante Problemfelder der Forschung sind gegenwärtig bspw. ethische Standards der humanmedizinischen Forschung, von Tierversuchen, der Entwicklung und Anwendung risikoreicher Technologie, aber auch der Forschung als wissenschaftlicher Praxis (Regeln und Normen guter wissenschaftlicher Praxis). Das Seminar führt unter Einbeziehung exemplarisch ausgewählter bereichsspezifischer Problemstellungen in die grundlegenden Begriffe, Themen und Fragestellungen der Forschungsethik ein.
Eine Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs ist für die Teilnahme obligatorisch. Der Seminarplan wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.
Modulzuordnung und inhaltliche Schwerpunkte
Modulzuordnung gemäß der Studienordnung im Zertifikatsstudiengangs „Forschungsethik“
- Grn M1 01 (Einführung in die Forschungsethik)
Literaturempfehlungen
- Mittelstraß, Jürgen (2001): Für und wider einer Wissenschaftsethik. In: Wissen und Grenzen. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, S. 68–88
- Zwart, Hub (2008): Understanding Nature. Springer
- Fuchs, Michael, Hrsg. (2010): Forschungsethik. Eine Einführung. Metzler
- Wilholt, Torsten (2012): Die Freiheit der Forschung. Begründungen und Begrenzungen. Berlin: Suhrkamp
- Birnbacher, Dieter (2013): Analytische Einführung in die Ethik. Berlin/Boston: De Gruyter
- Grunwald, Armin, Hrsg. (2013): Handbuch Technikethik. Weimar: Metzler
Anmeldung
Um am Seminar teilzunehmen, melden Sie sich bitte im gleichnamigen OLAT-Kurs an. Eine Einschreibung in den OLAT-Kurs ist obligatorisch für die Seminarteilnahme und eine Leistungsabgabe.
Seminarplan
Die Sitzungen finden jeweils mittwochs von 8:30 – 10:00 im Raum OS75/S3 – R.31 statt (ab 13.04.2025). Nach vorläufiger Planung werden wir folgende Inhalte behandeln:
Datum | Thema |
16.04. | Einführung |
23.04. | Ethische Grundbegriffe In der ersten Woche des Themenblocks lesen Sie bitte Birnbacher 2013, S. 1–19). Insbesondere für die unter Ihnen, die keine philosophischen Vorkenntnisse haben, werden viele Begriffe und Überlegungen, ja auch die Vorgehensweise neu sein. Scheuen Sie sich nicht, nach all diesen Dingen zu fragen. Sie sollen in diesem Block ein Bild davon gewinnen, wodurch sich Ethik als die Wissenschaft des praktischen Philosophierens auszeichnet. |
30.04. | In der zweiten Woche fokussieren wir uns auf die Moral und Ethik als Grundlagenbegriffe der Forschungsethik. Lesen Sie dazu Fuchs u. a. 2010, S. 1–21. |
07.05. | Themenbereiche der Forschungsethik Im zweiten Block geht es darum, die Themenbereiche der Forchungs- bzw. Wissenschaftsethik abzustecken. Wir beginnen mit einem Text, der die Aufgabe philosophisch betrachtet etwas grundsätzlicher angeht. Lesen Sie dazu Mittelstraß 2001. |
14.05. | Es folgt noch eine systematische Übersicht, die mehr an die aktuellen Bereiche der Forschungsethik angelehnt ist. Lesen Sie bitte Fuchs u. a. 2010, S. 41–55. |
21.05. | Teildisziplinen der Wissenschaftsethik Im dritten Block werden drei wichtige Teildisziplinen der Wissenschaftsethik behandelt. Sie umfassen die Bereiche wissenschaftlicher Praxis, die in einem besonderen Maß vom Ethos der Forschenden geprägt sind. Wo es also in einem besonderen Maße darauf angekommt, wie das Individuen sich verhält und wo es überhaupt die Freiheit besitzt, so oder so vorzugehen. Nicht selten sind die Forschenden damit überfordert und verlangen ethische Unterstützung. Im Einzelnen geht es um diese Bereiche/Unterdisziplinen: medizinische Forschung am Menschen (Medizinethik): Fuchs u. a. 2010, S. 56–81, |
28.05. | Um den wissenschaftshistorischen Hintergrund der Tierethik innerhalb der Forschungsethik etwas besser nachvollziehen zu können, lesen wir zunächst das Kapitel „What is a Dog? Animal Experiments and Animal Novels“ aus Zwart 2008, S. 99-129. |
04.06. | Anschließend die systematische Darstellung in der aktuellen Forschungsethik: Forschung an Tieren (Unterdisziplin der Tierethik): Fuchs 2010., S. 82–97. |
11.06. | Themenbeispiele für Forschungsethik Dieser Block besteht aus mehreren Sitzungen, in denen wir uns konkreten Aufgaben der Forschungsethik widmen. Mit Blick auf die Forschungsfreiheit (Denkautonomie) soll der Zusammenhang von Forschungsfinanzierung und -förderung beleuchtet werden: Wilholt 2012. |
18.06. | Unter dem Stichwort Technikethik werden wir das Für und Wider technikwissenschaftlicher Forschung anhand wichtiger Grundbegriffe analysieren: Auszüge aus Grunwald 2013 (Gruppenarbeit). |
25.06. | Mit Blick auf das Patentwesen, genauer das Eigentumsrecht auf Wissen, geht es um den Schutz der „Früchte wissenschaftlicher Arbeit“. Patente sorgen sie jedoch dafür, dass ärmeren Ländern oder Bevölkerungsteilen der Zugang zu bestimmten Medikamenten oder Impfstoffen verwehrt bleibt. Dieses Spannungsfeld soll diskutiert werden: Fuchs u. a. 2010, S. 136–155. |
02.07. | In den beiden letzten Sitzungen beschäftigen wir uns mit der Forschung an menschlichen Embryonen und embryonalen Stammzellen. Dieses heikle Thema können wir auch etwas erweitern auf die medizinische Forschung am Menschen im Allgemeinen: ebd., S. 156–175. |
09.07. | s.o. |